Die alles erstickende Asche

„Wenn meine Arbeit nicht misslungen ist, habe ich erzählt, was mit Menschen geschieht, wenn sie Verhältnissen unterworfen sind, in denen sie eine relative materielle Sorglosigkeit mit ihrer geistigen Freiheit bezahlen.“ (Monika Maron)

Es war einer der spektakulärsten Fälle von Cancel Culture in den letzten Jahren, einem Phänomen, das es angeblich in Deutschland gar nicht gibt: Der Ende 2020 vorgenommene, ungnädige Rauswurf der Erfolgsschriftstellerin Monika Maron aus dem S. Fischer Verlag, der sie seit Jahrzehnten in ihrer publizistischen Arbeit betreute. Dem vorausgegangen war ein längerer, durchaus gegenseitiger Entfremdungsprozeß, den Maron vor allem mit ihren zunehmend „galligen“ Essays über Fehlentwicklungen in Deutschland, vor allem über die Islamisierung, beförderte. Auch wurde man dort offenbar mit ihren letzten Romanen „Artur Lanz“ und „Munin oder Chaos im Kopf“ nicht mehr so recht warm. Ebenso wurde ihr ihre Freundschaft zur Dresdner Buchhändlerin Susanne Dagen, die sie mit einem Essayband gemeinsam mit anderen „rechtsverdächtigen Abweichlern“ in ihre Buchreihe „Exil“ aufnahm, als Kontaktschuld zur Last gelegt. Glücklicherweise dauerte es nicht lange, und mit Hoffmann und Campe sprang ein anderer renommierter Verlag in die Lücke. Pünktlich einen Monat vor ihrem 80. Geburtstag am heutigen 3. Juni 2021 erschien unter ihrem neuen Flaggschiff ihr zu Ehren der Band „Was ist hier eigentlich los?“, der ihre bedeutendsten Essays aus den letzten Jahrzehnten versammelt.

Doch hier soll es nicht um diesen Essay-Band gehen. Das Jubiläum ist Anlaß, um das Werk zu betrachten, mit dem die Erfolgsgeschichte der Schriftstellerin Monika Maron begann: „Flugasche“.

Read More

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.